Do the evolution

Neulich saß ich mit einem befreundetem Segler beim Bier und wir quatschen über dies und das. Bis mein Gegenüber auf einmal feststellte, was die Mono am Bodensee so besonders macht: Nicht das zeitlose Design, nicht das Leistungsvermögen oder gar das gute Aussehen der Segler – nein, wir seien die einzigen, die noch direkt vor der Regatta die Bohrmaschine zücken und Beschläge umsetzen würden, wenn uns danach sei.
Dieses Jahr haben wir uns allerdings schon im Frühjahr auf eine Beschlagsanordnung geeinigt und daher konnte Alex auch mal den Lack wieder ein bißchen auffrischen. Vielleicht ein guter Zeitpunkt, mal ein paar Generationen der Anordnungen anzusehen.

Drei Generationen Deckslayout von links nach rechts.

2010 war die erste große Änderung und Abweichung von der Serie. Vorallem durch eine Feinjustage für das Vorsegel und eine zweite Schiene für die nun größere Fock. Zusätzlich sind noch die erforderlichen Beschläge für ein symmetrisches Spi-Geschirr und Top-Spifall angebracht worden. 2011 ist die Fock-Feinjustierung „unter Tage“ verbaut worden, die Schiene wurde nach innen gesetzt und Hebelklemmen statt Curry-Klemmen für die Spi-Falle verbaut worden. Für 2012 ist die Schiene wieder ein paar Zentimeter nach außen gewandert, dafür sind die Fallklemmen auf den freien Platz nach innen gerückt und die Ausrüstung für den symmetrischen Spi wieder von Bord gefolgen – der Einsatzbereich war einfach zu schmal und da für ORC Regatten am Bodensee leider nur zwei Downwindsegel in unserer Bootsgröße mitgeführt werden dürfen, ist es für uns in 99% der Fälle die bessere Wahl einen Top- und einen Partial-Gennaker dabei zu haben.

Eine weitere kleine Änderung für diese Saison ist, dass wir eine Verbesserung der eigentlich geschickten Lösung für das Fockfall ausprobieren wollen. Bisher haben wir das Fall wie auf eine Klampe belegt und dann  mit einer Talje  an der „Klampe“ gezogen. Dadurch war auch unter großer Last das Fockfall immer feinfühlig trimmbar. Die Belegerei war allerdings einfach Tüdelkram. Nun geht das Fockfall aus dem Mast unter Deck, dort auf eine fliegende Klemme, die dann wieder mit einer Talje von der normalen Sitzposition im Cockpit verstellt werden kann.

In dieser Klemme wird das Fockfall belegt und kann dann über die Talje mühelos getrimmt werden.

Die wohl größte Neuerung für 2012 ist das custommade CFK-Ruder.

Derzeit sind die Beschläge dazu in Arbeit. Es fehlen jetzt für das Verschweißen und die Montage nur noch die Verstärkungsbleche, die wir beim Wasserstrahlschneider in Auftrag gegeben haben.

Die Bleche und Bolzen sind aus VA-Stahl, die oben zu sehenden Hülsen für das Ruderlager aus einem massivem Stück Messing gedreht.

Im Moment denken wir, dass sich alle Änderungen positiv bemerkbar machen – ansonsten folgen wir einfach weiter dem Motto.

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3 Antworten

  1. Alex

    Nicht nur weil wir gerne bohren, das hin und her der Fockschiene hat einen handfesten Grund.

    Bei Wind und Welle tanzt unser Bug recht stark, was ein präzises Kurshalten fast unmöglich macht. Bei wenig Wind haben wir bei einem hohen Kurs eine extrem hohe Abdrift.

    Werftseitig wurde der Holepunkt für die Fock auf 7° Schotwinkel gesetzt. Das ist der theoretisch beste Wert für einen Kreuzkurs, ist aber für die Mono22 bei Wind zu sensibel oder erzeugt eben zu viel Abdrift bei Schwachwind.

    2010 kam dann die größere Fock. Dafür wurde ein weiter hinten angebrachter Holepunkt notwendig. Diesen haben wir auf 10° gesetzt. Das Problem dieser Fock, sie war im Vorliek messerscharf geschnitten. Also Kehrtwende und die Schiene auf 7° versetzen, damit Segel und Anstellwinkel wieder passen. Jetzt konnten wir theoretisch sauschnell segeln, wenn wir genau auf dem Punkt waren. Was für ein Blödsinn.

    Also Segelmacher wechseln. Andy hat uns eine hammer Fock gebaut, den Holepunkt haben wir wieder auf die 10° verlegt und siehe da, die Kiste springt endlich an und läuft dann richtig gut.

    Beim Spi hatten wir die Idee, bei den typischen Bodenseebedingungen könnte der Spi einen Vorteil bringen. Dem ist aber nicht so. Auch nicht mit unserem 0,1 oz Negligé.
    Jetzt fahren wir einen Melges 24 Gennaker und der rockt mal richtig.

    19. März 2012 um 22:22

  2. Richtig. Nichts passiert ohne Grund. 🙂

    19. März 2012 um 22:34

  3. OH

    Das sich mir die Gründe für das Zücken der Akkubohrmaschine nicht erschließen oder ich meine, ihr würdet ohne Sinn und Verstand Löcher ins Schiff Bohren … entspricht nun wirklich nicht in Gänze dem Gespräch.

    Ich habe natürlich auch festgestellt, daß ihr wahnsinnig sexy ausseht 🙂

    19. März 2012 um 23:54

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