Zeller Sportboot Cup, I14 German Open

Letztes Wochenende fand in Radolfzell der Zeller Sportboot Cup zusammen mit den German Open der International 14 statt. Eigentlich wollten wir ja mit der Mono selbst antreten, aber da machte uns der Veranstalter einen Strich durch die Rechnung – leider nicht genügend Meldungen. Also was tun mit einem freien, nass-kalten Samstag, wenn man selbst nicht segeln darf und auch weder Longtze noch 8mOD auf die Schnelle aufzutreiben sind? Man schnappt sich die Fotoausrüstung und spielt Reporter.

Longtzes vor Radolfzell

Etwas frustrierend war es schon, zum Zuschauen verdonnert zu sein. Blöderweise hatte ich auch noch meine warmen Segelklamotten vergessen, so dass mir schon nach einer Stunde auf dem Motorboot die Fingerspitzen blau gefroren waren. Kühle 8 Grad bei grauem Himmel und etwa drei Windstärken sind einfach kein Wetter zum Zuschauen. Als Segelreporter taug ich also noch nicht so ganz. Aber daran wird noch gearbeitet.

Startboot in Gleitfahrt
Mit einem gut motorisierten Startboot lässt sich die Startlinie schnell verlegen.

Angesetzt waren 6 Wettfahren an zwei Tagen. Allerdings machte der dauernd drehende Wind die Sache etwas schwierig.  So musste schon die zweite Wettfahrt wieder abgeschossen, und das Startboot verlegt werden – was dank großzügiger Motorisierung recht fix ging, wie auf dem Foto zu sehen. Bei einer kleinen, lokalen Veranstaltung wäre man wahrscheinlich etwas weniger pingelig gewesen, aber da die Regatta ja gleichzeitig die German Open der 14 Footer war, wollte man sich keine Blöße geben. Während der langen Pausen konnte man die armen Schweine auf den 14 Footer regelrecht mit den Zähnen klappern hören.

Die I14 starten zuerst, dann die Longtzes und zuletzt die 8mOD.
Die I14 starten zuerst, dann die Longtzes und zuletzt die 8mOD.

Gestartet wurde in drei Gruppen: Die schnellen Skiffs zuerst, dann die Longtzes und zuletzt die deutlich langsameren 8mOD von denen lediglich 5 starteten. Trotz eines gar nicht so kleinen I14 Feldes von 16 Booten ging alles ohne großes Gewurstel über die Bühne. Auch wenn der Wind immer wieder drehte, so war die Windstärke doch so, dass die I14 gut im Trapez stehen konnten, was am Bodensee leider nicht so oft der Fall ist. Dennoch reichte es am Ende nur für vier Wettfahrten. Mit drei Laufsiegen bewiesen Georg Borkenstein und Eike Dietrich ihre Qualitäten und fuhren den Gesamtsieg ein. Die beiden ersegelten bei der diesjährigen WM schon einen sehr respektablen 9. Platz in einem sonst nur von Engländern und Australieren dominierten Feld. Der zweite Platz ging an die Lokalmatadoren Stefan Ritsche und Dominik Entzminger.

Sarah Bartel und Jan Martin Lührs fliegen auf die Leetonne zu.
Sarah Bartel und Jan Martin Lührs fliegen auf die Leetonne zu.

Mit 9 Booten hat auch die Longtze-Klasse ein respektables Feld zusammen gebracht. Wie man auf dem Bildern sieht, war Gewicht auf der Kante gefragt. Eine nette Abwechslung von dem üblichen Rumgedümpel im Sommer. Sogar einen Sonnenschuss gab es zu bestauenen. Richtig spannend war der Kampf um die ersten drei Plätze. Zwei Teams vom Zürichsee segelten Kopf an Kopf mit Lokalmatador Eckhard Kaller. Ärgerlicherweise riss dem North Sails Bodensee Chef im zweiten Lauf die Tackleine, was einen Laufsieg verhinderte. Am Ende war es wohl dieser Vorfall, der sie „nur“ auf dem dritten Platz in der Gesamtwertung landen ließ. Allerdings punktgleich mit den ersten beiden Teams vom SYH auf Herrliberg.

Eckhard Kaller fischt Bodenseefelchen mit dem neuen North Sails Schleppnetz.
Eckhard Kaller fischt Bodenseefelchen mit dem neuen North Sails Schleppnetz.

Mit nur 5 Booten ging es bei den 8mOD etwas ruhiger zu. Nicht nur das: Wenn man sich die Ergebnisse anschaut stellt sich generell die Frage „Wozu überhaupt Wettfahrten?“. Jedes Team schien sich in die ihm zugewiesene Rolle zu fügen und segelte auf dem ihm zugedachten Platz. Mit vier Siegen in Folge segelten Uwe Barth und Frank Matt vom YCRA, die die 8mOD auch vertreiben, souverän zum Gesamtsieg. Den zweiten Platz belegte Berhard Kümmerle und sein Team, ebenfalls vom YCRA.

Peter Scherrer und Crew auf Tauchfahrt.
Peter Scherrer und Crew auf Tauchfahrt.

Alles in Allem war der Zeller Sportboot Cup eine spannende Regatta und beweist mal wieder, dass sich der Oktober hervorragend für Regatten eignet. Bleibt für nächstes Jahr zu hoffen, dass mehr Sporboote melden werden und wir auch wieder aktiv mitmischen dürfen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Contender-Pilot Patrick Ehinger, der mich dankenswerterweise mit dem Motorboot durch die Gegend kutschierte. Bilder gibt’s wie immer hier.

Die 8mOD segeln gemütlich dem Ziel entgegen.
Die 8mOD segeln gemütlich dem Ziel entgegen.
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2 Antworten

  1. auf den Wind muss man halt manchmal warten

    Nur schade das am Sonntag so schnell und vorallem viel zu voreilig abgeschossen wurde. Ein Lauf wäre auf jeden Fall noch locker drin gewesen.

    16. Oktober 2011 um 13:09

  2. Wettfahrtleiter sind meist nicht um ihren Job zu beneiden. Vor allem können sie leider selten im Nachhinein, sondern müssen bereits frühzeitig entscheiden.

    Man kann es ja so sagen: Schade, dass kein weiterer Lauf beendet werden konnte.

    16. Oktober 2011 um 14:04

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