Allerlei im Argen

Vielleicht besser „Allerlei beim Argencup”, denn wir mussten uns ganz schön anstrengen, um überhaupt an einer der Wettfahrten teilnehmen zu können, zu denen die Studentische Seglergemeinschaft geladen hatte.

Rücküberführung vom Argen Cup
So hätten wir uns das ganze Wochenende gewünscht. Segelwetter wie aus dem Reiseprospekt bei der Rücküberführung nach Konstanz.

Am Freitag Abend sollte die Überführung von gerade mal 15 Seemeilen durchgeführt werden. Eigentlich ein Klacks und selbst mit unserem halbstarken Rührgerät innerhalb von vier Stunden leicht zu bewältigen. Aber so einfach sollte es dann doch nicht werden. Gewitter und Sturmböen haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Also den Wecker Samstag auf viel zu früh gestellt,  6.00 Uhr am Liegeplatz getroffen. Wieder Gewitter und Starkwind. Gegen 7.30 Uhr ging es dann wieder und wir haben uns auf’s Wasser gewagt und die Überfahrt bei immer noch starken Winden von vorne und Regen ohne Ende in Angriff genommen. Die während der Nacht aufgebaute Welle forderte dem Außenborder alles ab, mit vielleicht 3 Knoten Fahrt über Grund sahen wir uns das erste Mal zu spät zur einer Wettfahrt kommend. Also hoch die Segel. Sehr guten Druck im Tuch, aber zu zweit ist bei der Windstärke kaum an vernünftiges Aufkreuzen zu denken. Da das Ziel genau in Windrichtung lag und unsere gutgemachte Geschwindigkeit noch unter der Geschwindigkeit unter Motor lag, also Segel wieder runter und volle Fahrt mit dem Jockel. An der Ecke Hagnau kam dann noch mehr Welle dazu. Sehr mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Auf Höhe Fischbach stellten wir dann fest, dass unsere Treibstoffvorräte zur Neige gingen und wir einen Zwischenstopp zum Nachbunkern einlegen mussten. Beim Einlaufen in den Bundesbahnhafen kam uns die „A la carte“ entgegen, die auch an der Wettfahrt teilnehmen wollte. Kurz glimmte die Hoffnung also auf, dass wir es vielleicht doch noch rechtzeitig schaffen. Die haben allerdings eine kräftige Einbaumaschine.

Im Bundesbahnhafen steckten wir dann aber auch noch fest. Sollten wir mit unserem kleinen Schiffchen in einem großen Fährhafen auf Grund gelaufen sein? Natürlich nicht. Wir steckten in einem riesigen Berg Seegras. So viel Seegras auf einem Haufen ist uns vorher noch nie untergekommen. Nach 10 Minuten Boxenstopp das gleiche Spiel beim Auslaufen. Wieder auf dem See mit Kurs Langenargen. Bei Vollgas nur 1 Knoten Fahrt. Kein Seegras an Ruder und Quirl, dafür noch eine halbe Seegrasweide am Kiel. Also Segel hoch, maximale Lage und mit dem Bootshaken operieren. Aber auch danach war an kein zügiges Vorankommen zu denken. Trotz Reff und ständiger Überhöhe waren wir einfach überpowert mit nur etwa 140 Kilo auf der Kante. Also Jockel wieder an und im 45° Winkel zu Welle und Wind unter Motor aufkreuzen. Das GPS sagte: 1 Knoten Fahrt über Grund und dass auch noch im 45° Winkel zum Ziel.

Gegen 14h durchfuhren wir dann das Wettfahrtgebiet, bei denen wir einige schöne Segelmanöver beobachten konnten, auch die SAY ex YSA 10 rauschte unter Gennaker an uns vorbei.

Miese Bildqualität aber ein Eindruck von den Gewalten, die am weißen Gennaker der YSA 10 reißen. Das Segelzeichen dieser Kohleschleuder wurde allerdings von YSA aus SAY umgeklebt – was da wohl hintersteckt?

Im Hafen angekommen brauchten wir erstmal eine Stärkung, haben das Boot für den nächsten Wettfahrttag vorbereitet und waren gerade auf dem Weg zum Auto, als wir eine Einladung bekamen, mit der Juwel 28 „Svenja“ nochmal ein bißchen Segeln zu gehen. Ein wirklich spannendes Boot mit einer netten und sehr eingespielten Crew, auch wenn Teile der Crew vom Vorabend gezeichnet schienen. Mittlerweile hatte der Wind etwas abgeflaut und die Sonne kam sogar teilweise raus, so dass wir einen sehr anstrengenden Tag auf dem See mit noch einigem Segelspaß und einem guten dritten Platz abschließen konnten.

Svenja beim Argen Cup 2011
In der Bildmitte die Svenja – unser Gastschiff für eine Wettfahrt. Schnelles Schiff, nette Crew.

Am nächsten Tag wurde bei Windbedingungen zwischen 6-8 Knoten pünktlich die dritte Wettfahrt des Argencups angeschossen, bei 8 Knoten Wind haben wir das Boot auch gut zum Laufen bekommen. Sobald der Wind aber etwas nachließ, bekamen wir es aber nicht in Schwung. Daher war auch diese Wettfahrt zwar lehr- aber nicht wirklich erfolgreich. Mehr als ein sechster Platz war so natürlich nicht drin. Zweimal DNS, einmal 6. – das hätten wir vorher auch nicht erwartet.

Und als wär das alles nicht schon genug, haben wir den Regattatag mit einer Protetsverhandlung und Bratwurst beendet. Dazu aber bald mehr in einem eigenen Artikel. Das einzige, was an diesem Wochenende wie geplant über die Bühne ging, war dann zum Schluss noch die Überführung zurück nach Konstanz. Strahlende Sonne und genügend aber auch nicht zu viel Wind um zu zweit mit Rumpfgeschwindigkeit über den See zu kreuzen.

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