Feuchtfröhlicher Fotospaß

Hier ein kurzes Update zu diesem Geschwemmsel, in dem wir Euch eine Auswahl robuster Outdoorkameras vorgestellt haben. Wer gerne segelt, oder sonstigen wassernahen Aktivitäten nachgeht, aber Angst um eine Kamera hat, für den gibt es eine Reihe an wasserdichten Knipsen auf dem Markt. Leider sind viele davon nicht so ganz das Gelbe von Ei und leider noch nicht so ausgereift, wie ihre wasserscheuen Schwestern.

Objektiv Tokina

Grund für einen neuen Aufguss des Themas ist dieser Test der renomierten Foto-Webseite dpreview.com. Da das ganze ziemlich länglich und recht technisch ist, möchten wir Euch kurz eine Zusammenfassung geben.

Getestet wurden sechs Modelle von Panasonic, Sony, Olympus, Ricoh, Pentax and Fujifilm. Beeindruckend ist die Anzahl der Features, die sich inzwischen in einer Kamera für etwa 140€ finden lassen. GPS, Barometer, Kompass, Panoramafunktion und Touchscreen sind einige davon. Allerdings sollte man sich von solchen Aufzählungen nicht blenden lassen, da letztendlich die Bildqualität und die Ergonomie zählt.

Das Ergebnis des Tests spiegelt unsere eigenen Erfahrungen wieder, sofern wir mit den entsprechenden Modellen welche haben. Die günstigste Kamera, die Fujifilm XP30, ist schon ab 130€ zu haben. Dafür bekommt man nicht nur eine schicke Kamera, sondern auch eine Liste an Features, die es vor zwei Jahren noch nichtmals bei dreimal so teuren Modellen gegeben hat. Das wars dann aber auch schon an Pluspunkten, denn die Bildqualität ist auch nach bescheidenen Maßstäben nicht zeitgemäß und mit eingeschaltetem GPS hält der Akku keinen Tag lang. Ein ebenso vernichtendes Urteil fällt auch das Tech-Blog Engadget in diesem Test.

Wenn das Budget bei maximal 200€ liegt bleibt damit nur noch die Ricoh PX übrig, die im Internet für ab etwa 180€ zu haben ist. Sie verfügt zwar weder über GPS noch eine Panoramafunktion, dafür arbeitet sie aber halbwegs zügig und die Bildqualität ist deutlich besser als bei der Fuji – allerdings immer noch deutlich hinter den Klassenbesten.

Der robusteste Klotz im Feld ist die Olympus TG-810; in Deutschland für etwa 240€ erhältlich. Hier decken sich die Testergebnisse mit unseren Erfahrungen (obwohl der Autor ein älteres Modell benutzt hat). Die Bildqualität ist Mittelmaß und die Kamera geht zu aggresiv zu werke. Man erhält oft plastikhafte und unnatürlich wirkende Bilder, die nicht sehr schlecht sind, aber man bekommt für das gleiche Geld eben was besseres. Hinzu kommen die sehr langsamen Reaktionszeiten. Ich hatte selbst das Gefühl eine Kamera auf Ritalin zu bedienen.

Ähnliches kann über die Pentax WG1 gesagt werden. Für 250€ (für die Version ohne GPS) bekommt man mittelklassige Bildqualität. Mir erscheinen die Bilder ziemlich weichgezeichnet. Die Videoqualität hingegen ist gruselig und kann sich mit der der Sony oder erst recht Panasonic nicht messen.

Der klare Testsieger bei DPreview ist die Panasonic FT3. Auch hier bestätigen sich unsere Erfahrungen, dass sowohl die Bild- als auch die Videoqualität auf Niveau eine „normalen“ ordentlichen Kompaktkamera liegt. Zwar muss man mindestens 250 Taler auf den Tresen legen – beim heimischen Blödmarkt auch gerne 320 davon – dafür bekommt man aber eine und Foto- und Videokamera fast ohne Kompromisse. Man darf sich allerdings durch die Produktfotos nicht täuschen lassen: Die Kamera ist ein ziemlicher Klotz und nicht so kompakt wie sie aussieht, bzw. wie die Sony.

Eine echte Alternative zur Panasonic scheint die Sony TX10 zu sein. Sie verfolgt ein etwas anderes Konzept, ist aber mit etwa 260€ etwa gleich  teuer. Sie passt tatsächlich in die Jackentasche und sieht wirklich schick aus. Wie von Sony gewohnt gibt es eine ellenlange Ausstattungsliste inklusive der sehr interessanten Schwenkpanoramafunktion. Die Bild und Videoqualität sind im Große und Ganzen auf dem Niveau der Panasonic. Der einzige Nachteil für Wassersportler ist der (kapazitive) Touchscreen, der im Regen und erst recht unter Wasser schlichtweg nicht funktioniert. Man muss also im Trockenen alle Einstellungen vornehmen um dann nur noch den mechanischen Auslöser drücken zu müssen.

So weit, so gut. Was ein wenig verwundert, dass der Platzhirsch Canon outdoortaugliches zu bieten hat. Scheint sich dieser Markt doch relativ schnell zu entwickeln. Immerhin hat Nikon vor ein paar Tagen etwas angekuendigt: Die neue AW100 soll wohl der Panasonic FT3 Konkurenz mache. Sie kommt im bekannten Klötzchenformat und hat neben üblichen Gimmicks wie GPS und Panoramafunktion einen Beschleunidungssensor, der es erlauben soll, die Kamera durch Bewegungen zu bedienen. Keine schlechte Idee, denn wer mal versucht hat mit Segelhandschuhen (ganz zu schweigen von Skihandschuhen) die Winzknöpfe einer Kompaktkamera zu bedienen, weiss dass das ein aussichtsloses Unterfangen ist.

Falls sich jemand eine der Kameras zulegen sollte, so wären wir für Feedback sehr dankbar.

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