Geschwemmsel der Woche


Vor ein paar Wochen haben wir uns darüber unterhalten, was ein Segelboot zu einem Segelboot macht. Alles schön und gut. Aber was macht einen Segler zu einem Segler? Muss man ein großer, rauer Haudegen sein? Mitnichten! Es gibt für fast jeden das passende Boot. Ein paar ganz spezielle Boote für Menschen mit speziellen Bedürfnissen wollen wir heute hier vorstellen. Denn der Segelsport hat eine Menge zu bieten.

Mini 12er
Der kleine 12er, präziser gesagt der 2.4mR, ist das offizielle Boot der Paralympics, wird aber nicht nur von „Rollis“, sondern auch von „Fußgängern“ gesegelt. Optisch macht das Boot echt was her. Man sieht ihm sofort an, dass es nach der Meter-Formel konstruiert ist. Spielzeug geht anders! Erste Ursprünge hatte dieses Boot in den USA in verschiedenen Konstruktionen, teilweise unter dem Namen „Millimeter“. Wobei 4,18 m ja schon nicht mehr wirklich kurz ist. Auch etwa 250 kg sprechen nicht mehr für ein sooo kleines Boot. Der Grund für das heftige Gewicht, ist natürlich der hohe Ballastanteil. Der ist auch notwendig denn die Einmann-Crew sitzt wie ein Formel 1 Pilot in dem Kahn und lediglich der Kopf schaut über die Wasserlinie. Wer schon mal einen Mini 12er gesegelt ist, weiss, dass auch bei den vergleichsweise geringen Geschwindigkeiten schnell Hochseefeeling aufkommt.

Access Dinghi
Das Access Dinghi wurde, im Gegensatz zum Mini-12er, von Anfang an für Menschen mit Behinderung entworfen. Das erste Mal haben wir diese Boote bei der Arboner Mondscheinwoche gesehen und waren über dieses kleine Boot überrascht. Zunächst sieht es nämlich ganz ulkig – weil ungewohnt aus. Wenn man genauer hinguckt, sind aber einige sehr clevere Dinge an diesem Boot, die es sicherlich mal spannend zu segeln machen. Jetzt muss man sich aber erstmal angucken, was es da so alles gibt: Den Anfang macht der 2.3 (was für die Länge in Metern steht). Dieses Boot gibt es als Ein- und Zweisitzer. Danach schließt sich der 303 (wieder Länge in Metern) an, in diesem können zwei Erwachsene nebeneinander sitzen und gemeinsam segeln. Richtig sportlich wird es dann in der Liberty, das Ding sieht richtig nach Action aus. Und das wird dann nochmal von der UD18/Skud getoppt. Krasse Teile mit Doppelruderanlage, durchgelatteten Großsegel und 21 Quadratmeter Gennaker! Und in der Schweiz gibt es einen Verein, der sich diesen tollen Sport für alle auf die Fahnen geschrieben hat und gleich mehrere Access Dinghis auf dem Hänger liegen hat und von Regatta zu Regatta fährt.

Wood 101
Wer bei Behindertensport an verstaubte Expander aus dem Orthopädie-Geschäft denkt, denkt nicht immer falsch. Wie man an den Access Dinghi sieht, ist das mesite, was für behinderte Menschen konstruiert ist, in erster Linie eher funktionell. Der form follows function-Ansatz überwiegt und somit sehen Sportgeräte häufig eben nach muffigem Orthopädie-Geschäft aus. Ein hoffnungsvoller Gegenversuch ist die Wood 101, die tatsächlich richtig schick aussieht und Form und Funktion zu vereinen versucht – der Segler muss also nicht mal auf ein obligatorisches Teakdeck verzichten.

Blind segeln
Blinde sind in fast jedem Sport zu Hause. Laufen, Radfahren, Fußball und sogar Ski fahren – dann natürlich auch Biathlon. Warum dann nicht auch Segeln? Und auf Fernfahrt geht es sowieso.

Das Geschwemmsel der Woche
bringt jeden Mittwoch Mittag
unsere Links der Segelwoche!

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