Flautenschieben mit Unterbrechungen

Das Überlinger Schatzkistle ist eine der wenigen für den Bodensee hochkarätigen Veranstaltungen, bei denen sich die ORC Schiffe zum Up & Down versammeln. Leider ist eine hohe Karatzahl kein Garant für guten Wind.

Seegefecht mit zwei IMX 38
Zwei IMX38 liefern sich ein Seegefecht mit scharfen Wasserbomben. Schneller als unter Maschine ist an diesem Wochenende niemand gesegelt.

Die Überführung nach Überlingen hat bei traumhaften Bedingungen mit 15 Knoten Wind und Sonnenschein Hoffnung für das Wochenende gemacht, doch die Wettervorhersage las sich niederschmetternd. Und genau so war auch dann der Blick aus dem Fenster. Der See so glatt, dass ein Autolackierer seine wahre Freude gehabt hätte. Und wenn wir schon bei dem Thema sind: Die Startverschiebung wurde dann zum Auto gucken verwendet.

Still und starr ruht der See und zwingt zum Müßiggang. Die J-80 „Yo-Yo“, die A35 „MystiQue“, die „Machtnix“, die Aphrodite 101 „Chetan“ und der Tonner „High Noon“.

Irgendwann wagte sich der Wettfahrtleiter mit der ganzen Regattaschar im Schlepptau auf’s Wasser und dann plötzlich waren doch noch 5-6 Knoten Wind für genau eine Wettfahrt drin. Die Bahn wurde zügig ausgelegt und wir scharrten ungeduldig mit den Hufen. Für uns ungewohnt sollten die Sportboote in der zweiten Startgruppe mit den kleineren Booten starten – aber genau das ist für uns ein Segen, denn wir hatten von Beginn an freien Wind. Gegen die Konkurrenz von der J-80, First Class 8 und der Platu 25 konnten wir uns behaupten, die mitsegelnde Longtze war längst über alle Berge. Der Chinakracher war das einzige Boot, welches auch ohne erkennbaren Wind immer noch wie auf Schienen lief. Mit 600kg Lebendgewicht und viel Segelfläche ist sie wie für den Lago di Boden gemacht.

Longtze fährt auch ohne Wind
Die Longtze verstößt gegen die Thermodynamik.
Segelt und segelt und segelt – bei Flaute.

Da aus den angekündigten sechs Wettfahrten nur eine einzige wurde – den Sonntag verbrachten wir dümpelnd und badend ohne Startversuch – blieb es auch in der Endabrechnung bei einem zweiten Platz, über den wir uns sehr freuen. Die vielen Bemühungen, die Umbauten und das Training scheinen in die richtige Richtung zu gehen, auch wenn die Longtze noch winkend hinterm Horizont entschwindet. Vielleicht hätte man noch eine Wettfahrt mehr aus den unstetigen Bedingungen herauskitzeln können, aber ein sehr gewissenhafter Wettfahrtleiter hatte uns von Beginn an versprochen keine „Schweinerennen“ anzuschießen. Wahrscheinlich eine gute Entscheidung.

Die neue Archambault A31
Die neue Archambault A31. Schicker Cruiser/Racer aus Fronkroisch.

Was gibt’s noch zu berichten? Die kleine Schwester der Archambault A35, die A31 konnten wir das erste mal beim Segeln, besser: dümpeln, beobachten. Ein wirklich schickes Boot, welches der großen Schwester zum verwechseln ähnlich sieht. Etwas geräumiger als die Grand Surprise, etwas kompakter als die A35, geräumiges und ergonomisches Cockpit und für einen Plastebomber très jolie. Mal gespannt ob sich noch jemand am Bodensee für das Boot begeistern wird.

Alternativprogramm bei Flaut: Autos gucken.
Alternativprogramm bei Flaute: Autos gucken.
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Eine Antwort

  1. Klaus

    Beste Teamseite am See, Kompliment!

    Gruß Klaus

    23. August 2011 um 09:29

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