The italian job

Lago Maggiore, 13.00h. Leichter Wind, die Sonne brennt, Hubschrauber knattern durch die Luft. Ein Boot im Fadenkreuz. Was hat das zu bedeuten?

Anbringen des Fadenkreuzes am Übergang von Kielschaft zu Bombe.

Nein, es handelt sich um eine Vermessung. Das Fadenkreuz ist eine Messmarke und die Hubschrauber kommen aus der nahegelegenen Agusta-Schmiede.

Die Vorgeschichte ist, dass zur Berechnungsgrundlage jedes Ratings ein Abbild des Rumpfes benötigt wird, um dessen Eigenschaften ausrechnen zu können. Die meisten Serienschiffe haben irgendwann im Laufe der Zeit so eine Vermessung hinter sich gebracht oder der Konstrukteur hat irgendwo in seiner Schublade noch Zeichnungen liegen, die dafür verwendet werden können – bei uns allerdings leider nicht.
Da es aber vor langer Zeit anscheinend schonmal einen Messbrief für unseren Bootstyp gab, war der Rumpf eines ähnlichen Bootes als Berechnungsgrundlage genommen worden. Wer jetzt allerdings Ähnlichkeiten zwischen einer Mono 22 und einer DOD24.5 findet, der darf sich gerne bei uns melden.

Naja, da wir fair segeln wollen – wir wissen bisher nicht, wie sich die genauere Berechnungsgrundlage auf unser Rating auswirkt, hoffen aber natürlich, dass wir davon profitieren – haben wir uns um einen Vermessungstermin bemüht und das schnellste und naheste war eben am Lago.
Und Nicola Sironi ist als Chairman des Vermessungskommitees natürlich allererste Adresse.

Nicht nur, dass in dem kleinen Club gleich vier Mono 22 herumlagen (einige in einem erbärmlich Zustand), auch der Konstrukteur der Mono 22 Enzo Marolli ließ sich diesen Termin nicht entgehen.

So sieht es aus, wenn der Vermessungslaser arbeitet.

Spektakulär war es dann allerdings nicht. Ein Lasermessgerät wurde aufgebaut und der Rumpf Stück für Stück abgetastet. Über 2800 Messpunkte ergeben damit ein sehr genaues Abbild des Rumpfes. Nun kann unser Rating neu berechnet werden und wir sind sehr gespannt, wie sich was ändert. Wir werden natürlich berichten.

Das passiert bei einer Vermessung: Nicola misst, Elia, Enzo und Alex gucken zu.

Ein weiterer Gast, der der Vermessung beigewohnt hat, war Elia Biganzoli. Er forscht an der Universität Mailand über Bio-Statistik. Was das mit Vermessung zu tun hat? Das ist einen eigenen Artikel demnächst wert!

Auf unserem Ausflug an den italienschien See ist uns allerdings noch etwas aufgefallen. Erstens: Es gibt dort viele und zwar richtig viele Sportboote. Zweitens: Es gibt dort richtig viele Boote, die viel Spaß versprechen.

Was ist das? Mastfall ohne Ende, kein Kiel, sondern nur ein Steckschwert, vier Trapeze.
Im Hintergrund eine Mantra 7000, die in Italian als Phoenix 24 verkauft wurde, die allerdings schon bessere Tage gesehen hat.
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2 Antworten

  1. Ich glaube, von dem Trapezskiff habe ich letztes Jahr 2 auf dem Hafengeländes Segelclub in Bogliaco vor der Cento gesehen. Die Teile gehen wie Gift!

    Und ihr seit wirklich für einen ORCi Vermessung nach Itatlien gefahren? Ich hoffe, Ihr schlagt 2 Fliegen mit einer Klappe und segelt noch ein paar OD Regatten mit!

    Gruß aus Berlin, Joachim

    27. Juli 2011 um 14:30

  2. Hallo Joachim,

    keine ORCi Vermessung sonder eine rein für Club. Es gab bisher keine anständige Offset-Datei für unser Boot. Die Werte waren daher nur grob richtig. Das haben wir jetzt korrigiert.

    Daher brauchten wir auch nicht unser eigenes Boot (blau) mitnehmen, sondern haben den Rumpf einer Mono (weiß) vermessen, die quasi auf halben Weg zwischen Vermesser und uns an Land stand.

    OD gibt es leider derzeit nicht…
    Grüße, Christian

    27. Juli 2011 um 14:45

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