Geschwemmsel der Woche


Thema heute: Einsamer, leichtgewichtiger Segler sucht sportliche Sie. Nicht zu kostspielig im Unterhalt und mit schlanker Linie. Ihr ahnt es schon, das Thema sind Einhandboote. Die Rede ist hier aber nicht von Wallys oder Brentas sondern von Jollen und Skiffs.

Was soll an dem Thema nun interessant sein? Nun, Teile der Mono Crew segeln eben auch gerne „wassernah“ und wiegen weniger als 70kg. Da kam dann automatisch irgendwann die Frage auf, was für ein Boot denn überhaupt in Frage kommt für’s sportliche Einhandsegeln. Es gibt zwar eine Vielzahl an Jollen und Skiffs, aber die meisten scheinen entweder für Kinder und Jugendliche oder gleich für… naja, nennen wir es mal Pfundskerle konzipiert. Olympia? Idealgewicht Laser: etwa 80kg, Finn: etwa 90kg. Klar, es gibt auch Laser Radial und Europe. Aber zumindest in letzterer Klasse, darf man dann gegen 14 jährige Mädels mit pinken Booten mit pinken Schoten mit pinken Schleifchen an pinken Slipwagen regattieren, wie die Kollegen von segelreporter.com dokumentiert haben – und wird dann wahrscheinlich auch noch deklassiert. Das kratzt am Ego. Auf der anderen Seite wird einem jeder Klassensegler mit größter Überzeugung erzählen, dass seine Klasse für jedes Gewicht zu segeln sei. Unser Contender-Dr-Tobi wird auch nicht müde zu betonen, dass einer der besten Conti-Segler am See nur 65kg wiegt.

Tobi im Contender
Tobi im Contender von Harpprecht.

Alles gut und schön, aber wie sieht es denn nun mit Booten aus, die wirklich optimal für leichtere, erwachsene Segler konzipiert sind?

Da fällt einem vielleicht spontan die Motte ein. In der Tat hat ein leichter Segler gerade bei Leichtwindbedingungen, wie am Bodensee häufig anzutreffen, Vorteile. Auf der anderen Seite überrascht es vielleicht, dass ein Boot mit gerade einmal 28-35kg Lebendgewicht auch einen Segler mit 80kg und mehr tragen und sogar zum fliegen bringen kann.

Moth bei der SNG
Nur etwa 30cm breit ist der Rumpf einer International Moth.

Eine der attraktivsten Einhandboote ist unserer Meinung nach das Musto Performance Skiff. Entworfen vom bekannten Contendersegler und -konstrukteur Joachim „Schappi“ Harpprecht als Boot für die olympischen Spiele. Ausgestattet mit Trapez, Wings und Gennaker hätte es einiges mehr an Action in die olympische Segelei bringen können. Das Musto Skiff hat zwar alle Testläufe gewonnen, aber olympisch wurde es trotzdem nicht. Womit wir wieder beim Thema wären: Denn der neuste Wurf von Harpprecht ist das Light Skiff. Die Idee ist es diesmal ein olympisches Boot für die Damen dieser Welt zu konstruieren, welches sich eng an das Musto Skiff anlehnt. Der Gewichtsbereich dürfte somit bei 50-70kg liegen. Soweit uns bekannt, gibt es bisher nur einen Prototypen aus Holz, welcher aber schon recht manierlich unterwegs ist. Man darf auf jeden Fall gespannt sein.

Jetzt wird es auch schon langsam schwer noch was zu finden. In Deutschland leider nicht so verbreitet sind die Boote von RS Sailing. Besonders in Großbritannien sind die durchdachten Jollen und Skiffs eine sehr verbreitete Alternative zu den Offerten vom Marktführer Laser Performance. Besonders interessant werden Skiffs wie der RS600 – ohne Gennaker sowas wie ein schnellerer Contender – oder der RS700 – eine alternative zum Musto Skiff –  durch das durchdachte Ausgleichsystem – auf Französisch: Weight Equalisation System. Durch unterschiedlich breite Wings und Bleigewichte, die in der Rumpfmitte montiert werden können, wird es Seglern unterschiedlichster Statur ermöglicht, einigermaßen gleichberechtigt mit- und gegeneinander zu segeln. Allerdings vermute ich, dass sich ein solches System ab einer gewissen Leistungsdichte der Athleten, wie sie in den olympischen Bootsklassen auf jeden Fall vorhanden ist, nicht bewähren würde. Es würde sich trotz allem ein Idealgewicht herauskristallisieren, welches dann vermutlich wieder am oberen Ende der Fahnenstange liegen würde.

Wie man sieht, die Qual der Wahl. Spaß wäre mit jedem dieser Boote garantiert und ob man es wirklich in Bereiche schafft, in denen das Gewicht relevant wird? Mal sehen, was die Zukunft so bereit hält.

Das Geschwemmsel der Woche
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Eine Antwort

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