Bavarian Open

Sportboot ist Sportboot. Wer das glaubt, der sollte mal an den Start in einer Sportboot-Einheitsklasse gehen. Wenn 10 baugleiche Boote gegeneinander segeln, dann zeigt sich, wie wichtig auch leicht vernachlässigte Kleinigkeiten sind. Natürlich geht ohne eine durchdachte und vor allem umgesetzte Taktik nicht viel, aber auch jedes Manöver und jede Reaktion auf eine Böe kann den entscheidenden Unterschied machen.

Traumhafte Segelbedingungen am Chiemsee

Am Chiemsee waren über das Pfingstwochenende die Bavarian Open der Melges 24 ausgeschrieben und da das GEMÜ Sailing Team noch einen motivierten Gennaker-Trimmer brauchte, fuhr Christian kurzentschlossen mit nach Bayern.
Das Wetter am Samstag ermöglichte vier faire Wettfahrten, leider wurden wir auch von oben etwas nass – aber dafür hat man ja Ölzeug.
Der Start in die Serie verlief mit zwei 2. Plätzen fast optimal, wären wir etwas besser eingespielt gewesen, dann wäre vielleicht auch ein Laufsieg drin gewesen. Besonders im ersten Lauf sind wir mitten in das Feld der vor uns startenden und bei leichten Winden etwas langsameren Joker aufgefahren und haben uns in ein sinnloses Überholduell verstrickt – während der Konkurrent den weiteren Weg nahm und uns überholte.
Der dritte Lauf ging dann ziemlich in die Hose. Ein passabler Start erschien noch erfolgsversprechend. Im Vergleich zum restlichen Feld hatten wir stets sehr guten Speed und Höhe, allerdings fuhren wir katastrophal von Abbacker zu Abbacker – durch die stets drehenden Winde verunsichert hielten wir uns nicht an unseren vorher zugerechtgelegten Plan und verhungerten in der Mitte des Kurses. Als vorletzte an der Luv-Tonne mussten wir uns mühsam wieder nach vorne arbeiten und kamen schließlich als 6. ins Ziel.
Durch dieses Ergebnis wurden wir etwas nervös und gerieten im vierten Lauf des Tages nach einem nun auch noch katastrophalen Start wieder in das verhängnisvolle Muster.

Nach eingehender Fehleranalyse am Abend gingen wir den zweiten Wettfahrttag mit frischem Mut und Ehrgeiz an. Dies machte sich bezahlt! Eine ausführliche Beobachtung der Windverhältnisse vor dem Start und eine daraus resultierende starke Strategie ließen uns in dem knappen Rennen den Laufsieg erringen.
In der zweiten Wettfahrt des Tages kamen wir zwar nicht ganz so gut vom Start weg und wurden auch durch das gute Wetter gelockte Ausflugssegler etwas behindert, hielten uns aber dennoch an den Plan und waren wieder zweite am Luvfass. Auf dem letzten Downwindschenkel konnten wir uns an die Spitze setzen und den Vorsprung bis ins Ziel halten.
Da leider nur insgesamt 6. Wettfahrten angesetzt waren, konnte trotz Traumbedingungen keine weitere Wettfahrt mehr angeschossen werden.
Insgesamt wurden wir somit mit nur einem Punkt Abstand jeweils nach vorne und nach hinten zweite.

Wenn man sich die Ergebnisliste ansieht, wird das hohe Leistungsniveau deutlich:
Der Sieger ein ehemaliger Olympiazweiter im Star-Boot, hinter uns ein ehemaliger FD-Bundestrainer und viele weitere Teilnehmer von Rang und Namen.
Wenn diese Melges 24-Boote nur nicht so unverschämt teuer wären…

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