Vollwaschgang mit Schleudern

Alex und Philipp waren am Wochenende mit den Teams Victorinox und Sonnenkönig in Grandson am Neuenburger See. Dort fand die erste Regatta der SAFRAM Speed Tour und die Bol d’Or du lac de Neuchâtel statt. Warum kommt der Blogeintrag erst heute? Weil wir erstmal „Urlaub vom Urlaub“ brauchten! Das Wetter hat uns einiges abverlangt.

Start der Bol d'Or du lac de Neuchâtel 2011
Start der Bol d’Or du lac de Neuchâtel 2011. Noch herrscht Totenstille.


Los ging’s am Freitag mit Wellen im Nordseeformat. So gab es alle drei Meter entweder einen Einlauf von unten oder eine Dusche von oben.
Samstag dann die nächste Stufe bei der Bol d’Or mit 0 Windstärken am Start wie auf dem Foto zu erkennen ist. Auf dem Weg zur Luvtonne nahm der Wind dann stetig zu und trotz ausbaufähiger Taktik, haben wir im zunehmendem Wind sehr gut aufgeholt. Die Krönung war dann unser Tonnenmanöver. Mit 16 Knoten von innen auf den riesigen, orangenen Gummipömpel zugerast, 10 laut fluchende Konkurrenten links liegen gelassen, als zweites Boot überhaupt ums Fass, Fock runter, Geni rauf und dann ging’s rund. Kaum einen guten Kurs eingeschlagen, machte sich die über uns lungernde Gewitterzelle bemerkbar. Der Wind nahm stetig zu und drehte hin und her. Irgendwann kam dann auch noch ein Platzregen dazu.
Nach einer kurzen Windstille, kam’s dann richtig dick. Von hinten kam zum Glück rechtzeitig auf bestem schwyzerdütsch das Kommando „Inrolle! Inrolle!“ und Innerhalb von wenigen Sekunden haben wir sowohl Fock als auch Gennaker weggepackt und sind nur mit dem Großsegel mit 20 Knoten dem Ziel entgegengeflogen. Rechts und Links konnte man immer mal wieder Konkurenten sehen, die es auch fast umgeworfen hätte. Aber wie durch ein Wunder ist nichts passiert. Der Zieleinlauf war dann richtig spannend. Alle 16 Boot sind innerhalb von etwa 15 Minuten ins Ziel geflogen. Und das bei einer gesegelten Zeit von vier Stunden.

Am Sonntag gab’s dann nochmal zwei kurze Up-and-Down Wettfahrten mit den gleichen spektakulären Wetterbedingungen. Wieder hingen Gewitterzellen über dem See und der Wind drehte teilweise innerhalb von Minuten um 120 Grad. Letztendlich kamen so nur zwei von geplanten fünf Wettfahrten zustande. Vielleicht war das auch ganz gut so, denn es muss wohl bis zu sechs Windstärken in Böen gehabt haben. Im letzten Lauf haben wir kurz vor dem Ziel eine solche Böe erwischt – oder besser gesagt: sie hat uns erwischt. Um haaresbreite hätten wir einen Purzelbaum geschlagen. Der Bugspriet war schon auf Tauchfahrt und der Mastfuß nicht mehr zu sehen. Hätte die Böe nur ein paar Sekunden länger gedauert, hätten wir das Schiff von unten putzen können.

Alles in allem war es also ein Riesenspektaktel und alle hatten ihren Spaß. Bilder gibt’s leider keine von den wilden Fahrten, da der Autor alle Hände voll zu tun hatte nicht vom Schiff zu fallen.

Der kleine Bruder vom M2 wird bestaunt.

Der kleine Bruder vom M2 wird bestaunt. Bei 148kg Lebendgewicht wiegt die Crew unter Umständen mehr als das Boot.

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