Geschwemmsel der Woche


Sex sells – auch Yachten brauchen das gewisse Etwas um von einem Boot zu einem Hingucker zu werden. Manchmal besteht dieses gewisse Etwas auch darin, alles unnötige wegzulassen. Ganz wie im wirklichen Leben. Diese Woche steht ganz im Zeichen der heißesten der heißen Kisten.

Almost Nothing
Hier ist der Name Programm. Die Brenta 60 ist eine minimalistische Yacht ganz in Weiß. Ein Racer ist sie nicht, eher eine Mischung aus Daysailor und Performance Cruiser. Falls man so ein traumhaftes Schiff überhaupt in eine Kategorie pressen will.
Die Almost Nothing stammt aus der Feder von Luca Brenta der zusammen mit dem Gründer von Wally Yachts Luca Bassani den Wallys ihr charakteristisches Design gab. Und weil die Italiener nunmal Hitzköpfe sind, zerstritten sich sich beide nach kurzer Zeit und Luca zeichnete fortan seine eigenen Schiffe. Die B60 ist bislang der größte Brummer von Brenta, für den schmalen Geldbeutes gibt’s die B30. Ein wunderschöner Daysailor, der schon für 85.000€ über den Tresen wandert. Dann ist allerdings noch der Besuch beim Segelmacher der Wahl nötig.

Klassiker
Es gibt Schiffe, die sind traumhaft schön. Und es gibt Schiffe, die haben eine Geschichte UND sind traumhaft schön. Dazu gehörten die zwei vorherrschenden Winde der Flensburger Förde. Die West- und die Ostwind. Zwei 12mR Yachten, die eine 1938 und die andere 1939 gebaut. Beide dienten bis 2005 zu Ausbildungs- und Repräsentationsaufgaben an der Marineschule Mürwik in Flensburg, dabei sammelten sie Unmengen an Meilen auf in- und ausländischen Gewässern.
12mR Yachten sind eine Regatta-Schiffe konstruiert, die nicht alle exakt baugleich sind, sondern sich innerhalb einer Vorgabe bewegen müssen. Es handelt sich um eine Formel, in die wichtige Konstruktionszahlen eingehen. Breite, Wasserlinienlänge, Segelfläche etc.. Diese müssen auf bestimmte Weise verrechnet den Wert 12 ergeben. Dies gibt den Konstrukteuren etwas Spielraum – hier ein Zentimeter mehr, dafür dort einer weniger.
So kommt es, dass die Schwestern Ost und West zwar beide 12mR Yachten sind, die Ostwind allerdings 30cm mehr Wasserlinienlänge hat und auf der Regattabahn meist überlegen war.
Während die ältere Schwester mittlerweile in Southhampton an Land liegt und vor sich hinrotten soll, steht die jüngere Schwester „Sphinx ex Ostwind ex Lobito ex Sphinx“ restauriert zum Verkauf. Extra für dieses Schiff wurde die Klassikerwerft „Robbe & Berking Classics“ gegründet, die mittlerweile für alle Klassiker-Freunde die allererste Adresse in Deutschland ist.

Lange, schlanke Beine
Man muss zugeben, wir sind etwas angefixt – wir stehen auf lange, schmale Beine. Mindestens 7 Meter lang! Es gibt hunderte verschiedene Mehrrümpfer, die diese Anforderungen erfüllen: Lange Beine, scharfes Aussehen und atemberaubende Action. Daher hier eine kleine Zusammenstellung (Beinlänge, Oberweite, Hüftbreite, Gewicht):
Was natürlich uns zuerst in den Sinn kommt ist der Ventilo M2. Die Rümpfe sind etwa 8,50m lang, der Mast 14,20m hoch und die „Hüftbreite“ 7,20m. Und das bei einem Gesamtgewicht von etwa 430 kg. Das macht im BMI (Boot Mono Index = 100*kg/m*(Länge + Breite + Masthöhe)/Gewicht) einen stattlichen Wert von 6,95. Dieser Wert ist unübertroffen! Wir haben uns also das richtige Boot zum Mitfahren ausgesucht!
Im Vergleich dazu erzielt der Extreme 40 Katamaran nur einen BMI von 3,12.
Weitere beliebte Langbeiner sind:
Decision 35 (BMI: 3,7)
YSA 30 Cat (BMI: 5,1)
Alinghi 5 (BMI: 1,0)
Orma 60 (BMI: 1,1)
AC 45 (BMI 3,0)
AC 72 (BMI: 1,1)

Aus Sicht der Damenwelt
Lange Beine! Das ist doch nur wieder aus männlicher Sicht gedacht – sexistisch! Als Ausgleich also hier mal ein aus weiblicher Sicht sexy Boot. Die Wahl ist auf Grund einer Umfrage unter hochqualifizierten Bootsdesignerinnen getroffen worden (n=1): „Die neue von Audi mit dem Stupsnäschen!“
Was soll man sagen? Recht hat die Dame!

Das Geschwemmsel der Woche
bringt jeden Mittwoch Mittag
unsere Links der Segelwoche!

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